
Die neue Einheitlichkeit, Foto: spiegelneuronen_flickr
Verschnörkelte Bürohäuser im Jugendstil, verzierte Altbaufassaden oder auch vereinzelte Stuckelemente verschönerten einst die Architektur der damaligen Jahre. Berlin ist für seine begehrten Altbauhäuser bekannt – gebaut wurden diese teilweise bis 1910. Heute baut man eben anders.
In der letzten Zeit besonders beliebt sind die skelettartigen Gebilde in Sandsteinfarbe. Kritiker sagen, es fehle an Abwechslungsreichtum in der Hauptstadt – gerade bei den Architekten und Baumeistern. Doch das Problem sind weniger die Architekten, sondern eher die Bauherren, die heutzutage ihre Häuser zu jedem Zweck nutzen wollen. Sie erinnern deswegen auch ein bisschen an den Werbeslogan “Quadratisch, praktisch, gut”. Ob man sie nun gut findet, sei jedem selbt überlassen. Architekten jedenfalls müssen die Pläne vorlegen, damit ein Haus für alles Mögliche genutzt werden können.
Und so hat eben jedes Fenster die selbe Größe und Breite. Allerdings ist das noch kein Grund die Rasterhäuser als unschönes Relikt der Neuzeit zu behandeln, schließlich sieht man auch Unterschiede, wie beispielsweise die Senatsbaudirektorin von Berlin Regula Lüscher: “Ein Bürobau muss funktional sein, deshalb bietet sich das Raster an. Aber wenn man genau hinschaut, erkennt man deutliche Unterschiede”, sagte sie der B.Z..
Lüscher befindet, dass so beispielsweise an manchen Häusern Sockeln, Säulen und andere Variationen zum Tragen kommen. Allerdings sagt sie auch, dass sie sich ab und an – trotz der schlichten Bauweise – mehr Variationen das Berliner Stadtbild aufhübschen: “Ja, ich wünsche mir mehr Variationen. Manchmal darf’s auch ein hochwertiges Material sein.”
Wenigstens zum Symbol der Einheit passt das neue Stadtbild irgendwie. Und da werden in der Architektur keine großen Unterschiede zwischen Ost und West gemacht.







