
Potsdamer Platz © TL Photography - Fotolia.com
Der Potsdamer Platz gehört heute zu einem der lebendigsten Flecken Berlins: Mitten im Herzen der schönen Hauptstadt an der Spree bietet das Viertel einen Mix aus Shopping, Gastronomie, Kultur, Entertainment, Büros und edlen Wohnanlagen. Unterschiedliche architektonische Entwürfe treffen hier aufeinander und sorgen für eine pulsierende Vielfalt. Nicht nur Ströme von Touristen zieht es jeden Tag auf den Platz, auch viele Berliner kommen Abends für einen Drink oder am Wochenende für ein Konzert, einen 3-D-Film oder einfach um die Stimmung zu genießen vorbei. Doch so lebendig und bunt ging es nicht immer zu am Potsdamer Platz: Noch vor knapp 200 Jahren gab es dort nichts als eine Kreuzung vor einem der Stadttore Berlins.
Die Geschichte des Viertels beginnt 1838, als der Potsdamer Bahnhof fertiggestellt wurde. Der Potsdamer Platz, der damals noch “Platz vor dem Potsdamer Thor” genannt wurde, entwickelte sich durch den Zugverkehr innerhalb weniger Jahrzehnte immer weiter. Nach der Gründung des Deutschen Reichs 1871 wurden immer mehr pompöse Gebäude am Platz errichtet – schließlich war Berlin im Aufschwung. Die Tiergarten-Villen entstanden, das “Grand-Hotel Bellevue” und das “Palast Hotel” folgten, 1907 wurde der “Fürstenhof”, ein Jahr darauf das “Esplanade” aus dem Boden gestampft. In den zwanziger Jahren kreuzten sich hier S-, U-, Straßenbahn- und Busnetze. Immer mehr Gebäude der Neuen Sachlichkeit entstanden, etwa das legendäre “Haus Vaterland”, der “Ufa Filmpalast” oder der “Europa Tanz-Pavillon”.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Platz bis auf wenige Gebäude komplett zerstört. Nachdem ein paar Gebäude nötdürftig wieder hergestellt wurden, brannten diese 1953 bei einem Brand beim Volksaufstand komplett nieder. Investoren hatten kein Interesse an dieser Brachfläche. Die deutsche Teilung teilte 1961 auch den Potsdamer Platz. Das gab Roger Waters von Pink Floyd 1990 kurz nach Öffnung der Mauer die Gelegenheit, hier die größte Bühne der Geschichte der Rockmusik überhaupt zu finden, für sein Konzert von “The Wall”.
Schließlich wurde der Platz zur wohl größten Baustelle Europas. Verschiedene Pläne wurden entworfen, eine Innenstadt für das 21. Jahrhundert sollte entstehen. Und dort sind wir angekommen: Im 21. Jahrhundert, in einem diversen und modernen Viertel, das international seinesgleichen sucht.







